Kategorien von Web Communities

Die Wissenschaft hat viele Versuche unternommen, Communities zu klassifizieren. Wie meine Masterarbeit gezeigt hat, lassen sich vier Arten von Klassifizierungen unterscheiden. Anhand eines oder zweier Kriterien, über zwei Dimensionen (also in Form einer Matrix) und anhand von Charakteristiken. In diesem Post möchte ich auf diese Versuche eingehen und damit auch den Grundstein für mein eigenes Model legen, welches ich im nächsten Post beschreiben werde.

Die Unterteilung anhand von Kriterien festzulegen wurde z.B. anhand von Konsumentenbedürfnissen gemacht. Dabei entstanden die Begriffe „Communities of Transaction“, „Communities of Interest“, „Communties of Fantasy“, und „Communities of Relationship. Die dahinter liegenden Konsumentenbedürfnisse sind ziemlich klar. Communities of Transactions beinhalten den Kauf und Verkaufprozess, also z.B. eBay. Communities of Interest gruppieren sich um ein bestimmtes Thema, z.B. Fotografie. Communities of Relationships sollen den Aufbau oder die Pflege von Beziehungen unterstützen, z.B. Facebook. Communities of Fantasy schlussendlich, sind Gamecommunities, wie dies z.B. World of Warcraft ist. Das Problem, an welchem alle Klassifizierungen scheitern, ist, dass sich einige Communities nicht einfach so einteilen lassen. Z.B. ist Facebook sowohl Community of Relationship als auch Community of Fantasy – lassen sich doch etliche Spiele (z.T. mit millionen von Mitspielern) spielen. Ich erinnere mich z.B. an „Pirates“.

Auch die Anwendung zweier Kriterienstufen, d.h. die Unterscheidung in kommerzielle und nicht kommerzielle Communities in einem ersten Schritt, und danach bei ersteren von einer Firma abhängige und unabhänige Communities, bei letzteren in ansprechbare oder nicht ansprechbare (für Online-Werbemassnahmen) Communities, löst das Problem nicht.

Die Darstellung in einer Matrix ist da schon passender. Dabei nehmen Szmigin/Canning/Reppel in einer Dimension, ob die Community Profitorientiert ist, in der anderen Dimension, was in der Community ausgetauscht wird. Wie schon in meinem letzten Post erwähnt, ist der Transaktionsgedanke in Communities zentral. Sie unterscheiden Dialog Focused und Information Focused Communities. Dialogfokussiert und non-profit wäre z.B. eine Help-Group. z.B. für Softwareprogrammierer. Dialogfokussiert und for-profit könnte eine Seite wie mystarbucksidea.com sein. Informationsfokussiert und non-profit wäre eine nichtoffizielle Fan Seite, z.B. eines Fussballclubs. Informationsfokussiert und for-profit eine offizielle Marken-Fansite wie dies z.B. swatchtheclub.com ist. Leider fehlen in dieser Unterteilung gänzlich die sozialen Aspekte und Möglichkeiten der Community.

Die Kategorisierung anhand von Charakteristiken wie Purpose (Content of Interaction), Place (Extent of Technology Mediation), Platform (Design of Interaction), Population (Pattern of Interaction) und Profit Model (Return on Interaction) lässt zwar eine klare Unterteilung zu, jedoch nimmt z.B. das Merkmal „Purpose“ so viele Formen an, dass schlussendlich eine Kategorisierung in X Kategorien stattfindet.

Mein Modell nimmt die Schwierigkeit auf, dass sich gewisse Communities nicht klar zuteilen lassen, indem es fliessene Übergänge zulässt aber trotzdem eine Kategorisierung in die wichtigsten Gruppen zulässt. Mehr dazu in meinem nächsten Post.

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