Überschneidungsmodell zur Einordnung von Web Communities

Wie in meinem früheren Post angekündigt, möchte ich diesmal auf mein Überschneidungsmodell zur Einordnung von Web Communities eingehen. Bereits erwähnt hatte ich dort auch, dass sich Web Communities nur schwer in Kategorien einteilen lassen. Um dem Problem der Überschneidungen gerecht zu werden, möchte ich nachstehend eine 2×3 Matrix aufzeigen. Die in die 6 Felder eingeteilten Begriffe wurden z.T. schon von Armstrong und Hagel (1996) verwendet. Auch die Unterteilung in Non-Profit und For-Profit ist nicht neu. Jedoch gab es zuvor kein Modell, dass gleichzeitig die drei wichtigsten Nutzermotive, – nämlich ökonomische, soziale und interessenbasierte (dazu mehr in einem späteren Post) – die Unterteilung in Non- und For-Profit und die Überschneidungstendenzen aufgenommen hat.

Kategorisierung im Überschneidungsmodell für Web Communities

Kategorisierung im Überschneidungsmodell für Web Communities

Die Einteilung in „For-Profit“ und „Non-Profit or partially For-Profit“ geht dabei auf die Einsicht ein, dass auch Non-Profit Communities mittels geschalteter Werbung duchaus auch Profit generieren können. Die Dreiecke stellen dar, dass For-Profit und Non-Profit sich nicht klar trennen lassen. Auf eine klare Abtrennung zwischen Interest, Social Interaction und Transaction habe ich aus dargelegten Gründen verzichtet. For-Profit bedeutet dabei, dass die Community zu dem Zweck errichtet wurde, um daraus direkt, also durch die Leistung der Community, Profit zu schlagen. Non-Profit or partially For-Profit bedeutet, dass die Community zwar Profit abwerfen kann, jedoch nur als Nebenprodukt, z.B. dank der generierten Aufmerksamkeit. Communities die zu den sechs beschriebenen Begriffen gehören, sind jeweil eher For- oder Non-Profit, je nach dem in welcher Farbe sie liegen.

Ein paar Beispiele: Communities of Interest sind z.B. Foren zu einem bestimmten Thema wie iPhone oder Fotografie – Werbung zu sehr spezifischen, darauf erreichbaren Zielgruppen, ermöglicht eine Einnahmequelle, wie dies auch meistens der Fall ist. Communities of Fantasy sind Game-Communities. Klassisches Beispiel ist worldofwarecraft.com. Der Betreiber verdient direkt mit dem Verkauf der Software und zusätzlich durch Add-Ons etc. Die Community ist Mittel zum Zweck.

Communities of Relationship sind Web Communities, bei welchen es um die Beziehungspflege geht, z.B. Xing oder facebook. Die Generierung von Aufmerksamkeit ermöglicht es den Betreibern, mittels Werbung Einnahmen zu generieren. Hier zeigt sich auch schon die Überschneidung. Xing bietet Premium-Mitgliedschaften und ist somit bereits eine Ausnahme. Communities of Consumption richten sich an die Konsumenten meist einer bestimmten Produktkategorie. Durch die Teilnahme an der Community soll die Treue zur Marke und damit auch der Konsum stimmuliert werden. Es sind eigentliche Fan-Communities von Markenfans und normalerweise auch von Markenartiklern initiiert.

Communities of Exchange sind Tauschcommunities. Sie sind eher eine seltene Erscheinung, Beispiel ist www.exsila.ch, wobei die eingeführte Transaktionsgebühr sie bereits zu einer Community of Transactions werden lässt. Diese letzte Gruppe hat die wohl berühmteste Vertretung mit eBay. Das Ziel ist klar: Durch die Community wird mittels Einstell- und Transaktionsgebühren direkt mitverdient.

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