Social Media und Innovation

„Open Innovation“ hiess eine Veranstaltung von PwC für Retail & Consumer Good Companies am 31. Juli, an welcher ich anwesend war. Und obwohl das Thema eigentlich Open Innovation war (also Innovationen dank Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern) , war auch Social Media allgegenwärtig. Wieso? Weil gerade Social Media die Entwicklung von Innovationen mit Hilfe der Kunden enorm vereinfacht hat.

Vorteile von Social Innovation
Viel wird auf Blogs und in Fachpublikationen über Kundenbindung durch Kundeninteraktion dank Social Media geschrieben. Der Faktor Innovation wird hingegen oft vernachlässigt. Dabei schlagen Innovationen dank Kundenideen gleich mehrere Fliegen:

  1. Die Ideen werden in Communties, Foren und Blogs gratis zur Verfügung gestellt. Statt aufwändiger Forschung können Ideen durch geziele Innovationsprojekte im Social Web oder Data Mining generiert werden, das senkt Kosten
  2. Fragen mehrere Kunden eine gewisse Innovation nach, reduziert sich das Risiko einen Flop zu produzieren. Aufwändige Marktforschung im Vorfeld entfällt oder kann reduziert werden. Die Kosten sinken erneut.
  3. Es gibt keine bessere Kundenbindung, als das Produkt zu Produzieren, das der Kunde selber nachgefragt hat. Der Kunde merkt, dass man ihm zuhört und fühlt sich in seinem Engagement bestätigt.

Es funktioniert
Dass es funktioniert, zeigen die unterschiedlichsten Beispiele. Dell z.B. hat aus ihrem Dell Hell Desaster gelernt und stattdessen Dell Idea Storm ins Leben gerufen. Dort können Kunden ihre Ideen einbringen und andere Kunden diese Ideen bewerten. Und Dell hat schon etliche dieser Ideen erfolgreich am Markt lanciert. Auch Starbucks hat mit mystarbucksidea.com eine ähniche Platform. Darauf gibt es z.B. 25.254 Ideen für „Coffee and Espresso Drinks“.

Eine Firma muss jedoch nicht gleich eine ganze Community aufbauen, um Social Innovations generieren zu können. Oft existieren diese schon, wie das Beispiel von Zweifel zeigt, wo sich eine Facebook Gruppe um die Onion-Rings gebildet hat. Zugegebenermassen hat es sich dabei nicht um eine Innovation gehandelt. Doch dass man diese Gruppen für Innovationen nutzen kann, zeigte sich auch bei Emmi, welche die Facebook Fangruppe von Yoghi Drink fragte, welchen Geschmack sie denn wollten – seither gibt es Yoghi Drink auch mit Geschmacksrichtung Apfel.

Weitere Wege für Social Innovation
Und Unternehmen, welche weder eine Facebook Gruppe noch eine eigene Community haben, können immer noch auf bestehende Web Communities die sich in Foren und Boards zu einem bestimmten Thema austauschen, zurückgreifen. Ein wirklich interessanter Beitrag zu diesem Thema gibt es im Buch „Community Marketing“ welches 2008 im Schäfer Poeschel Verlag erschienen ist (das Buch ist überhaupt – wenn auch nicht mehr ganz neu – sehr lesenswert für alle Social Media interessierten). Im Beitrag „Community Research: Analyse von Online-Communities im Rahmen der Produktentwicklung bei Gore“ wird darauf eingegangen, wie durch Netnograhpy (eine Analyse der Einträge in Boards und Foren aufgrund von Stichworten) in verschiedenen Communities Ideen für neue Produkte gesammelt wurden.

Eine weitere Variante ist es, Innovations-Communities gezielt mit der Findung von Ideen zu beauftragen. Eine solche Open Innovation Platform ist das Schweizer Unternehme Atizo, auch am Anlass von PwC anwesend. Es kann auf eine grosse Community von hellen Köpfen zurückgreifen, die ihre Ideen in den meisten Fällen gratis zur Verfügung stellen – einfach weils Spass macht.

Risiken beschränkt
Natürlich gibt es auch Risiken bei solchen Unterfangen. Neben Fragen von geistigem Eigentum, die geklärt werden müssen, zeigt das kürzliche Beispiel von Pril (Artikel in Zeit Online), dass solche Aktionen auch nach hinten rausgehen können. Ein richtiges Innovationsprojekt was dies jedoch nicht wirklich, sonder mehr ein missglückter PR Stunt. Die Risiken lassen sich jedoch einfach minimieren – man sollte auf jeden Fall auf Manipulation verzichten.

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