Vier Social Media Trends für 2012

Nach meinem letzjährigen Social Media Medley (Teil 1 Social Media Trends 2011, Teil 2 Social Media Trends 2011) und dem kürzlichen Review, wäre es nun an der Zeit, für 2012 einen ähnlichen Versuch zu starten. Ähnlich, weil ich nicht wie letztes Jahr aus vielen Einträgen die Meistgenannten zusammensuche, sondern meine ganz eigenen Voraussagen wagen möchte.

Am einfachsten wäre es natürlich, die Trends von 2011 aufzunehmen, die noch nicht eingetreten sind. Aber wo wäre da der Spass? Hier deshalb meine 4 Trends für 2012:

  1. Zersplitterung der Social Media Kanäle, d.h. mehr Aufmerksamkeit für kleine Interessen-Communities und
  2. Weniger Aufmerksamkeit für die Grossen wie Facebook & Co.
  3. Normalisierung und Ende des Hype
  4. Social Innovation statt Social Marketing

1. Zersplitterung und 2. weniger Aufmerksamkeit für die Grossen

Social Media ist bereits erwachsen. Und wie bei jedem Medienkanal bedeutet dies, dass unweigerlich eine zersplittung folgt. Gab es zu Beginn des Fernsehen gerade mal einen staatlichen Kanal, gibt es nun, sagen wir mal, hunderte. Sozusagen für jede Interessengruppe ein eigener Kanal.

Genau das gleiche wird Social Media blühen. Wenn auch nicht ganz so alleinstehend wie das Staatsfernsehen ist Facebook mit über 800 Mio. Nutzer klare Nr. 1 des Social Media Universums. Aber es zeigt sich auch, dass neue Platformen auf den Markt drängen. Bestes Beispiel ist Google+. Nach nur 88 Tagen, hatte das Netzwerk bereits über 50. Mio. Nutzer. Da die Zeitbudgets für Social Media Nutzung nicht unendlich steigen können, muss die Zeit zur Nutzung von Google+ irgendwo wegfallen, z.B. bei der Nutzung von Facebook. Dass dies tatsächlich so ist, zeigt sich in gewissen Ländern bereits. So sind in den USA und UK die Facebook-Nutzerzahlen bereits rückgängig.

Google+ mag mehr direkte Facebook Konkurrenz sein als für eine spezielle Interessengruppe geeignet. Aber Personen, die lieber berufliche Kontakte pflegen, nutzen LinkedIn und Xing. Apple Fans hingegen gehen mit ihren Fragen und Bedürfnissen in die Apple Support Community, und Fotografen auf Fotocommunity.de. Ich glaube, dass in 2012 dieser Trend zunehmen wird, und sich gewisse Soziale Netzwerke für bestimmte Interessengruppen durchzusetzen beginnen und sich so Communities of Interest bilden werden. Diese werden die bestehenden Sozialen Netze wie Facebook und Twitter gezielt nutzen, um ihre Bekanntheit zu steigen.

3. Normalisierung und Ende des Hype

Dieser Trend hängt stark mit Trend 1. und 2. zusammen. Mit jedem Land, dass rückgängige Facebook-Nutzerzahlen haben wird, wird sich auch der Hype immer mehr legen. Einige Firmen werden sich sogar fragen, ob sie mit Social Media aufs richtige Pferd gesetz haben.

Bereits jetzt zeigt sich gewisse Konsternation, wie der Artikel Social Müdia in der Handelszeitung zeigt. Wer jedoch ernsthaft geglaubt hat, dass die Einrichtung eines Facebook Profils für das Unternehmen genügt, um viele Fans zu haben und diese praktisch gratis ansprechen zu können, der versteht nicht, wie Social Media funktioniert. Und noch viel weniger, was Konsumenten wollen.

Dass Unternehmen den „Return on Social Media Investment“ messen wollen, ist versändlich. Doch wie so oft im Marketing, wird dies nicht ganz einfach sein. Denn wie lassen sich klassische Investitionen in die Marke genau in den Quartalszahlen messen? Genauso werden sich auch nicht alle Social Media investitionen messen lassen. Was ist der Kunde wert, der über Facebook eine Frage stellt und dort eine freundliche Antwort erhält? Wie misst man den Wert einer Verbesserungsidee für ein neues Produkt?

Das sich der ROI nicht so einfach messen lässt, wird seinen Teil zum Rückgang des Hype auf Unternehmensseite beitragen. Aber es ist höchste Zeit, dass Erfolg in Social Media nicht mehr in den Anzahl Fans und Follower gemessen werden, sondern stattdessen mit qualitativen Faktoren. Ich bin überzeugt, dass dies mit dem Ende des Hype vermeht kommen wird.

Unternehmen, die das begreifen, werden Social Media vermehrt in ihre Gesamtkommunikation einbinden und alle Möglichkeiten von Social Media nutzen. Also nicht nur als Broadcasting-Medium, sonder als Dialogplatform, welche dem Unternehmen auch andere, nicht direkt finanzielle messbare Werte wie stärkere Kundenbeziehungen und Produktideen bringen wird.

4. Social Innovation statt Social Marketing

Produktideen sind auch bereits das Stichwort für diesen letzten Trend. Viele Unternehmen nutzen Social Media weiterhin als Marketing-Kanal. Zwar binden sie ihre Kunden bei der Gestalltung von Werbespots mit ein, doch nur wenige nutzen ihre Kunden, um gezielt Produktideen generieren zu können. Gute Beispiele wie das geht, sind mystarbucksidea, oder Dell’s ideastorm.com. Ich glaube, dass diese Form von Innovation – Social Innovation – in Zukunft mehr genutz werden wird. Mehr zu Social Innovation in meinem Post zum Thema.

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