Die Freemium Falle

Im Zeitalter von Social Media ist Freemium ein gängiges und mitweilen auch rentables Geschäftsmodell geworden. Freemium bedeutet, dass ein Web-Dienstleister den Basis-Account gratis offeriert (eben Free), der Prämium-Account (Premium) mit Zusatzfunktionen jedoch eine Gebühr kostet. Die Kombination nennt sich dann eben Freemium.

Typische Freemium Angebote, die jedermann kennt sind z.B. Xing, LinkedIn, Surveymonkey, Dropbox, Zatoo etc. Oft wird dieses Geschäftsmodell auch für Social Media Analytics Software, Filesharing und Open Source Software genutzt. Die Idee dabei ist, dem Nutzer den Premium-Account durch Zusatzfunktionen mit entsprechendem Zusatznutzen schmackhaft zu machen, z.B. mehr Speicherplatz, schnellerer Download, bessere Analysemöglichkeiten, Suchfunktionen etc.

Soweit so gut. Schwierig wird es dann, wenn es um die Verrechnung der Kosten für die Premium-Mitgliedschaft geht. Viele dieser Anbieter erlauben es, aus verschiedenen Preisplänen auszuwählen, mit verschiedenen Umfängen aber auch solche mit verschiedenen Laufzeiten. Was viele Nutzer nicht wissen und was auch nicht ersichtlich ist bei Vertragsabschluss (ausser in den AGBs die niemand liest da 20 Seiten lang), ist, dass sich die Verträge automatisch erneuern. Wer z.B. bei Survey Monkey ein 3 Monats-Plus Account abschliesst, z.B. für eine Umfrage für die Schularbeit, dem wird nach 3 Monaten die nächste Rate automatisch auf die Kreditkarte belastet. Wer dies nicht will, muss, am besten gleich nach Kauf, in seinem Konto den Vertrag gleich wieder Künden.

Nun gibt es auch Freemium Anbieter, die einem möglichst viele Steine in den Weg legen, um den Premium Account zu künden. So z.B. Xing. Nur die Tatsache, dass meine Kreditkarte abgelaufen war, hat überhaupt dazu geführt, dass ich über den Ablauf meines Premium-Account informiert wurde. Als ich dann in meinem Profil die Premium-Mitgliedschaft künden wollte fand ich nichts dergleichen. Totale Fehlanzeige. Unter keinem der Tabs lässt sich etwas finden.

Nur durch Googeln finde ich heraus, dass man dafür das Kontaktformular ausfüllen muss. Zufrieden denke ich, dass meine Premium-Mitgliedschaft damit gekündigt ist. Leider war ich jedoch 3 Tage zu spät. Auf meine Anfrage, wieso ich denn jetzt doch noch eine Rechnung erhalte, wird mir dieser Sachverhalt erklärt und auch gleich klar gemacht, dass keine Ausnahme gemacht wird, inkl. entsprechender Passage in den AGB.

Natürlich kann man jetzt sagen „selber schuld“. Ich finde, der Konsument müsste besser geschützt werden und solche automatischen Vertragsverlängerungen sollten unterbunden sein. Aber eines habe ich gelernt. Solche Verträge immer sofort gleich wieder auf den nächstmöglichen Termin künden, gleich nach Abschluss. Dann geht es nicht vergessen. Und: Man erkennt, wie gut ein Service ist, daran, wie einfach man ihn künden kann.

P.S. Die 90 Euros Premiumgebühr für Xing sind die mickerigen Zusatzfunktionen übrigens nicht wert.

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